Steigenberger Potsdam wird 3. Maxx by Steigenberger / Soft Brand soll massiv wachsen

Im Oktober letzten Jahres begann der Umbau des Steigenberger Hotels Sanssouci Potsdam zum Maxx by Steigenberger mit der Erneuerung des Betonbodens in der Tiefgarage. Kurz vor Weihnachten erfolgte die Abnahme des Musterzimmers durch Hoteldirektor Thomas Schneider, den Vice President und Maxx-Markenverantwortlichen der Deutschen Hospitality, Robert Boller, und Vertreter des Immobilienpartners. Inzwischen erstrahlen bereits 65 Zimmer im neuen, modernen Look von Maxx. Die übrigen 72 Zimmer sowie die öffentlichen Bereiche sollen bis zum August diesen Jahres fertig gestellt sein. So werden Lobby, Restaurant und Frühstücksraum zu einer großen Fläche verbunden, auf der sich der Gast aufhalten oder an Business Desks arbeiten kann. Der wuchtige Rezeptionstresen wird durch zwei Empfangsinseln ersetzt. Denn der Umgang mit den Gästen soll persönlicher sein, wenn es nach Direktor Schneider geht. Die Mitarbeiter sollen ihre Persönlichkeit einbringen – hemdsärmelig, authentisch, locker sind Begriffe, die ihm leicht über die Lippen gehen. Dazu gehört auch das Angebot eines gemeinsamen Morgenlaufs von Gästen und Personal durch den benachbarten Park Sanssoucci.

„Wir wollen nachhaltig sozial sein und das bedeutet auch: flache Hierarchien, viel Eigenverantwortung der Mitarbeiter und keine unbezahlten Überstunden“, so Schneider. Seine Mitarbeiter sollen spüren: „Ich werde hier so akzeptiert wie ich bin und kann mich hier einbringen.“ Wegen dieser Prämissen leide sein Haus auch nicht unter dem Fachkräftemangel, sondern locke neue Mitarbeiter an. „Die guten motivierten Leute haben auch solche Freunde und wenn sie hier gute Arbeitsbedingungen haben, spricht sich das rum“, so der 41-Jährige.

Maxx by Steigenberger Sanssoucci Potsdam außen ©Oliver Numrich
Maxx by Steigenberger Sanssoucci Potsdam außen ©Oliver Numrich

Man hat auch den Anspruch, ökologisch nachhaltig zu sein. Deshalb werden im Restaurant und beim typischen „Steigenberger-Frühstück“ bevorzugt regionale Zutaten eingesetzt. Gut sichtbar wird dies an der Wildschweinwurst, die mit Kraut und selbst gemachten Beerensenf serviert wird, stammt von einem ortsansässigen Metzger, das Wildschwein liefert ein brandenburger Jäger. Selbst die Müsliriegel auf dem Frühstücksbüfett stammen von der Berliner Manufaktur Müsli Moses. Auch bei den Amenities wurde auf Umweltverträglichkeit und Abbaubarkeit geachtet. So ist das eigens entwickelte Duschgel leicht abbaubar, Schuhlöffel und Kämme auf den Zimmern werden aus nachwachsenden, kompostierbaren Rohstoffen hergestellt.

Der Umbau findet im laufenden Betrieb statt, allerdings bei reduzierter Bettenzahl, denn nur die frisch renovierten Zimmer werden vermietet. Um den Personalbestand nicht reduzieren zu müssen, hat Direktor Schneider einen Teil seines Teams an andere Hotels der Gruppe ausgeliehen, insbesondere in die Wintersportgebiete, etwa ins Steigenberger in Davos. Außerdem hat er externe Dienstleiter für das Housekeeping abbestellt: Auf freiwilliger Basis hat die verbliebende Mannschaft  inklusive Küchenchef und Direktor selbst die Reinigung der Zimmer übernommen,. „Wir haben von unseren Gästen positives Feedback erhalten, weil wir auch im Housekeeping auf einmal sichtbar und ansprechbar waren“, berichtet Schneider. Doch schaut man in die Onlinebewertungen, finden sich dort auch einige aktuelle Beschwerden von Gästen aufgrund des morgendlichen Baulärms.

Bisher gab es auf steigernberger.com Zimmer ohne Frühstück ab 87,36 Euro, zukünftig sollen, wenn es nach Direktor Thomas Schneider geht, keine Raten mehr unter 120 Euro angeboten werden. Der Anteil der Buchungen über die eigenen Vertriebskanäle sei erfreulich hoch, so Schneider. Und das, obwohl der Gast bisher nicht von besonderen Konditionen oder Zusatzleistungen wie enthaltenem Frühstück, schnellerem W-LAN oder einer kostenlosen Tageszeitung profitiert wie es teilweise bei anderen Marken der Fall ist. „Wir wollen keine Zweiklassengesellschaft bei unseren Gästen“, antwortet Schneider, der Mehrwert einer Buchung über die Hotelwebseite bestehe für den Kunden in der direkten Kommunikation, woraus sich mehr Flexibilität ergäbe. Außerdem plant die Deutsche Hospitality zur Jahresmitte die Einführung eines markenübergreifenden Bonusprogramms.

Die Kosten für den Umbau des 1996 eröffneten Hotels beziffert CEO Thomas Willms mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag. Die Marke Maxx by Steigenberger wurde 2018 von der Deutschen Hospitality gegründet und wird beworben mit den Attributen „Neu, charismatisch, Fokus auf das Wesentliche“. Das „Soft Brand“ ermögliche flexiblere Standards, sagt Thomas Willms; dadurch könne stärker auf die Individualität des Gebäudes eingegangen werden. Beim Maxx Potsdam handelt es sich um einen Bestandsbau ohne Klimaanlage. Die Standardzimmer sind 20-25qm groß und erfüllen nicht die Anforderungen an ein 5-Sterne-Hauses. „Der Großteil der Zimmer liegt nach Norden“, beruhigt Direktor Schneider, „und alle Zimmer haben Fenster, die sich öffnen lassen – deshalb brauchen wir keine Klimaanlage.“

Maxx by Steigenberger Potsdam Sansoucci ©Oliver Numrich
Maxx by Steigenberger Potsdam Sansoucci ©Oliver Numrich

„Uns war wichtig, auf den Zimmern mehr Platz und Luft zu schaffen“, sagt Schneider, „deshalb wurden Schreibtisch und TV-Kommode entfernt“.  Bei Möbeln und Farbgestaltung setzt man auf schlichte Eleganz mit klaren Formen, gedeckten Farben, überwiegend Grautönen. Aus dem Steigenberger hat man nur einige Bilder mit Filmmotiven übernommen: Hier und da finden sich Reminiszenzen an die in Potsdam-Babelsberg beheimateten Filmstudios, etwa ein Porträt von Marlene Dietrich oder ein Filmplakat von Metropolis. Alle übrigen Bilder werden für einen guten Zweck versteigert. Die Zimmer sind ausgestattet mit einem Telefon, 49 Zoll großen Flachbildfernsehern, einer (leeren, vom Gast als Kühlschrank zu nutzenden) Minibar, einer Nespresso-Maschine mit 4 Kapseln, Föhn und Wäschesack. Über die Anschaffung von Gäste-Tabletts wurde noch nicht entschieden. Anstelle von Miniflakons stehen dem Gast am Handwaschbecken und in der Dusche Seifenspender zur Verfügung. Viel investiert wurde auch in eine schnelle W-LAN-Abdeckung in jedem Zimmer. Die Türschlosssteuerung ist vorbereitet für die Öffnung via Mobiltelefon, bislang erfolgt diese aber noch klassisch über Schlüsselkarten. Mit ihnen wird auch ein wertvolles „Goody“ an den Gast ausgehändigt: die Potsdam Travel Card, die im Öffentlichen Nahverkehr von Potsdam und Berlin gültig ist.

Der hauseigene Wellnessbereich besteht aus eine Trocken- und einer Dampfsauna sowie einem Ruhebereich. Durch Kooperationen mit dem etwa 8 Gehminuten entfernten John Reed Fitnessstudio und einer weiteren Kooperation mit dem städtischen Sport- und Freizeitbad blu, das allerdings etwas weiter vom Hotel entfernt ist. Darüber hinaus stehen 6 Veranstaltungsräume sowie das historische Kutscherhaus als Bankettfläche oder für Seminare und Tagungen zur Verfügung.

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