Hotelkosmetik 2018: individuell und nachhaltig

Guest Supplys: Badkosmetik wird individueller auf Hotel und Gäste abgestimmt und die Qualität der Produkte rückt stärker in den Fokus. Allerdings erhöht beides den Kostenfaktor.

Das Seezeitlodge Hotel & Spa liegt inmitten des Naturparks Saar-Hunsrück, eingebettet in die Mittelgebirgslandschaft und eng verbunden mit der regionalen Kulturgeschichte. Bereits die Kelten ließen sich hier im Norden des Saarlandes nieder, davon zeugt ein bis heute erhaltener keltischer Ringwall unweit des Hotels. Die Verbundenheit zur Region des Gastgeberpaares Kathrin und Christian Sersch spiegelt sich im gesamten Haus wider, auch in der Badkosmetik. „Wir haben das alte keltische Wissen um Heilkräuter und Naturrituale auch bei der Wahl unserer Kosmetikprodukte berücksichtigt“, sagt Kathrin Sersch. Auf den Zimmern stellt sie die Produkte von The Rerum Natura in kleinen, recycelbaren Flacons zur Verfügung. Die Bio-Serie basiert auf alter Heilkräuterkunde und ist mit der Ecocert Cosmos-Zertifizierung ausgezeichnet, wonach mindestens 95% der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein müssen. Im Spa werden die Produktlinien Team Dr. Joseph, Thalgo und Pino in Dispensern verwendet. Von Thalgo gibt es sogar eine reine Männerlinie, die im Hotel zur Anwendung kommt. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass die Produkte im Einklang mit der Hotelphilosophie stehen und Teil eines ganzheitlichen Konzepts sind“, so Sersch, „damit wird eine hohe Glaubwürdigkeit erreicht und das trägt zur Kundenbindung bei.“ Flacons werden von den Gästen gern mit nach Hause genommen, können aber auch über den hoteleigenen Webshop bestellt werden.

„Ein angebrochenes Fläschchen, das der Gast mag und mit nach Hause nimmt, ist auch eine schöne Erinnerung an einen gelungenen Hotelaufenthalt“, sagt Olaf Thomas, Geschäftsführer der T.O.P. GmbH und zusammen mit der Theiner KG Betreiber des Onlineshops hotelbedarf24. Der Spezialanbieter beliefert Hotels mit Guest Supplies vom Abschminkset bis zur Zahnbürste, wobei ein Schwerpunkt auf Kosmetikprodukten aus der eigenen Produktion liegt. Thomas sieht einen Trend weg von Flacons mit 20 bis 50 ml Inhalt hin zu geschlossenen Spendersystemen. Obwohl gerade die 4- und 5-Sterne-Hotellerie zum Teil auf den kleinen Fläschchen und Tuben besteht, da diese eleganter wirken und mit dem Hotelnamen gebrandet werden können, stellt sein Unternehmen immer mehr Einzelkunden, aber auch Hotelketten, auf Spendersysteme um. Aus Kostengründen, aber vor allem aus Umweltschutzaspekten, die auch dem Gast ein stärker werdendes Anliegen sind. „Müllvermeidung durch den Wechsel zu geschlossenen Spendersystemen ist eigentlich der wichtigste Faktor beim Umweltschutz“, sagt Thomas, „darüber hinaus versuchen wir, wo es geht vom Kunststoff wegzugehen oder ihn zu reduzieren, zum Beispiel bei Verpackungen auf Papier und Kartonagen umzustellen.“ Allerdings habe etwa Folienseife den klaren Vorteil, unempfindlicher gegen Spritzwasser zu sein. Zusätzlich sei sein Unternehmen bei Interseroh gelistet und zahle Lizenzgebühren für alle Produkte, damit diese richtig und ordnungsgemäß entsorgt werden können.

Allerdings bergen Spendersysteme auch Risiken für die Hoteliers. Denn die EU-Kosmetikverordnung schreibt unter anderem vor, dass auf der Verpackung eines Kosmetikprodukts alle Inhaltsstoffe korrekt benannt sein müssen, damit ein Gast mit Allergien sie überprüfen kann. Auch der In-Vertrieb-Bringer, das Mindesthaltbarkeitsdatum und eine Chargennummer müssen laut Verordnung ersichtlich sein. Das ist bei einem offenen Spendersystem, die mit einem Füllprodukt aus dem Kanister wieder aufgefüllt werden, oftmals schwer zu gewährleisten. Erst recht, wenn der Hotelier – etwa aus Kostengründen – zwischen verschiedenen Produkten wechselt, aber die Beschriftung auf dem Spender nicht anpasst. Darüber hinaus muss der Spender vor einer Neubefüllung komplett entleert und gereinigt werden, da sich ansonsten Bakterien darin ansammeln können. Das aber ist im Hotelalltag praktisch kaum durchzuhalten. „Viele Hotels kümmern sich zu wenig um die Kosmetikverordnung oder kennen sie nicht einmal“, warnt deshalb Olaf Thomas. Sein Unternehmen bietet aus diesem Grund hauptsächlich geschlossene Systeme an, die im Halter an die Wand angebracht oder einfach hingestellt werden können. „Wenn eine Squeezflasche alle ist, wird sie komplett ausgetauscht – dadurch sind wir in der Haftung. Sobald der Hotelier mit Kanisterware nachfüllt, ist er in der Haftung.“

Im hauptstädtischen Partnerhotel von Schloss Elmau – Managing Partner ist Dietmar Müller-Elmau – hat man sich zur Neueröffnung im vergangenen Jahr viele Gedanken über die passenden Kosmetikprodukte gemacht und schließlich mit i+m NATURKOSMETIK BERLIN für einen der höchsten Standards der Bio-Kosmetik entschieden: bio, vegan, fair, nachhaltig und lokal. Bei der Auswahl dieser Pflegeserie stand nicht der Preis im Mittelpunkt; wichtiger waren dem Team um Executive Housekeeper Elisabeth Hecht andere Aspekte wie gute Hautverträglichkeit, Wirksamkeit, ansprechender Duft, hübsche aber zugleich ressourcenschonende Verpackung.Und auch ethische Grundsätze des Unternehmens, flossen in die Entscheidungsfindung ein. So ist für Hecht besonders wichtig, dass i+m ein nachhaltig ausgerichtetes Unternehmen aus der Region ist, das nur Bio-Rohstoffe aus kontrolliertem Anbau verwendet und auf Tierversuche verzichtet. Dem Gast stehen auf dem Zimmer sechs verschiedene i+m-Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau in 200 bzw. 250 ml großen Spendern zur Verfügung, darunter flüssige Handseife mit Aloe Vera und Sheabutter, Duschgel mit heimischen Kräuterextrakten und Olivenöl, Shampoo mit Kamillenextrakt und Zitrone und Körperlotion mit Sheabutter und Arganöl. Zusätzlich verwendet das Orania i+m Produkte aus deren Standardsortiment auch im Treatment-Raum, etwa bei Gesichtsbehandlungen. „Wir bekommen sehr positives Feedback von unseren Gästen“, sagt Hecht. „denn sie freuen sich zum einen über die Abwechslung und schätzen zum anderen den Umweltaspekt.“ Ab und zu würden die Flaschen auch mitgenommen, aufgrund ihrer Größe sei die Hemmschwelle jedoch höher als bei kleineren Produkten. „Da wir die Hotellinie von i+m führen und es diese nicht im freien Verkauf gibt, schicken wir auf Nachfrage die Produkte den Gästen nach Hause, letztens sogar in die Schweiz.“ Ob auch eine Kundenbindung ans das Hotel über die Kosmetik erfolge, kann Hecht noch nicht einschätzen, dafür ist das Orania noch nicht lange genug am Markt.

Hotelgäste nehmen die auf dem Zimmer angebotene Kosmetik oft sehr unterschiedlich wahr: während vielen Frauen die Düfte zu herb und sportlich sind, stören sich die Männer an zu süßen und femininen Duftnoten. Den für das eigene Haus und dessen Stammgäste besten Duft zu finden, ist einer der schwierigsten Aufgaben für das Management. Bisher wurde von vielen Hotels ein dezenter Unisexduft bevorzugt, der nicht zu aufdringlich ist und die Parfüms oder After Shaves der Gäste nicht überstrahlt. Doch jetzt geht der Trend in eine andere Richtung: Immer öfter werden statt eines Unisexdufts zwei Varianten vorgehalten: für Männer und für Frauen. Manchmal auch eigene Serien für mitreisende Kinder. Auch in den Häusern der schnell wachsenden Ruby Hotel-Gruppe setzt man auf geschlechterspezifische Kosmetik. Hier hat man für das hauseigenen RUBY CARE Duschgel eine Duftvariante für Männer und eine für Frauen kreiert. „Gemäß unserer Lean Luxury Philosophie lassen wir in unseren Hotels Unnötiges weg und konzentrieren uns dafür auf die wichtigen Dinge und bieten diese in höchster Qualität“, erläutert Sprecherin Lotta Emert. In Zusammenarbeit mit einem Expertenteam hat Ruby eine komplette Produktlinie mit Shampoo, Conditioner, Shower Gel, Handlotion, Handseife und Duftkerze entwickelt, die es in drei Duftsorten gibt: SOUL ELIXIR, LIGHT GRAVITY und MAD MUSE. Die Amenities von RUBY CARE enthalten Jojobaöl, Karitébutter, Rosmarin- und Mimoseextrakte und kommen ohne Konservierungsstoffe, Petroliumderivate, Parabene oder Silikone aus. Auf tierische Rohstoffe oder gar Tierversuche wurde ebenfalls verzichtet. Den jeweils passenden Duftnoten wird von Ruby ein hoher Wert beigemessen, da Düfte sofort positive Emotionen erzeugen – ohne Umweg über das Gehirn. Die Ruby-Düfte werden deshalb als wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Markenerlebnisses betrachtet. „Unsere Düfte sind Teil des Gesamterlebnisses bei Ruby und das spiegelt sich im positiven Feedback unserer Gäste wieder“, so Lotta, „unseren unvergesslichen Ruby Duft behalten sie noch lange positiv in Erinnerung.“ Auch an die Umwelt hat Ruby bei der Kreation der Serie gedacht. So tragen die Produkte sowohl das EU-Umweltsigel als auch das ECOCERT-Siegel. Es werden ausschließlich große, fest installierte Dispenser verwendet, die nach dem Gebrauch vollständig kompostierbar sind.

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